1906 erhielten die Frauen in Finnland als erste das allgemeine Wahlrecht, 1984 war es schließlich auch in Liechtenstein soweit. Während die erste Frauenbewegung den Anstoß gab, konnten in den letzten Ländern erst die zweite Frauenbewegung die Bürgerrechte für das weibliche Geschlecht durchsetzen. Über 100 Jahre kämpften Frauen mit Mut, Ausdauer und Fantasie gegen Verbote, Ignoranz und Vorurteile. Dabei hatten sie manche Hürde zu überwinden - so mussten sie in einigen Staaten Bedingungen erfüllen, die es für Männer nicht gab: entweder reiferes Alter, höhere Bildung, moralischen Lebenswandel oder sogar Mutterschaft.
Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts der in der Ausstellung vertretenen Staaten:
1906 Finnland
1913 Norwegen
1915 Dänemark, Island
1917 Estland
1918 Polen, Deutschland, Österreich, Luxemburg,
Lettland
1919 Niederlande
1921 Schweden
1928 Großbritannien
1931 Spanien
1944 Frankreich
1945 Slowenien, Ungarn, Bulgarien
1946 Italien
1952 Griechenland
1971 Schweiz
1984 Liechtenstein
Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Frauenwahlrechts in 22 europäischen Ländern und stellt einzelne Frauenrechtlerinnen vor, die sich besonders engagierten. Sie besteht aus Text-Bild-Tafeln in deutscher und englischer Sprache sowie Großfotos. Dazu können aus einigen Ländern historische Objekte ausgeliehen werden wie Poster, Postkarten und Anstecker, aber auch Alltagsgegenstände, auf denen die Forderung nach dem Frauenwahlrecht gedruckt war: ein Fingerhut oder eine Einkaufstüte.
Ergänzend zum historischen Teil haben Künstlerinnen aus vielen europäischen Ländern sich mit dem Frauenwahlrecht auseinander gesetzt. Dadurch wird die Ausstellung nicht nur persönlicher, sie gewinnt auch eine zusätzliche Dimension, indem die Künstlerinnen die heutige Zeit samt Politikerinnen einbeziehen. Das Thema "mächtige Frauen" wird in neuer Auslegung wieder entdeckt.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Frauenmuseum Aarhus in Dänemark und mit der Frauenstiftung eFKa in Krakau, wo sie 2007 zu sehen war. Weitere assoziierte Partnerinnen des Projekts waren die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn, die Universitätsbibliothek Göteborg, die Metropolian Library in London, das Archiv und Informationszentrum zur Frauengeschichte in Amsterdam, das Schweizer Sozialarchiv in Zürich und die Marguerite Durand-Bibliothèque in Paris, die alle historische Exponate zur Verfügung stellten. Die Ausstellung wurde u. a. von der Europäischen Union "Kulturprogramm 2000" gefördert.
Die Ausstellung kann auch nach Absprache in einzelnen Teilen ausgeliehen werden.
Die bisherigen Stationen waren:
Aarhus (Dänemark) 27.4. - 15.8.2007
Krakau (Polen) 09 - 10/ 2007
Bundestag Berlin 11.03. - 30.03.2008
Museum im Ritterhaus in Offenburg 11.04. - 03.08.2008
Bundeskongress der Grünen Berlin im Bundestag 1WE in 07/ 2008
Stadtmuseum Hofheim/Taunus 22.08. - 12.10.2008
Frauenmuseum Fürth 11/2008
Stadt Elmshorn (Frauenbeauftragte) 01-02/2009
Stadt Schwäbisch Hall 01/2009
Rathaus Stadt Fellbach 02/2009
Stadt Herxheim03-04/2009
Landesmuseum Liechtenstein 03-06/2009
(zeigt einen Teil in Reproduktion)
Kreishaus Wesel im Juni 2009(nur ein Teil der Ausstellung)
Frauenmuseum Bonn Mitte August bis Oktober 2009
Stadtmuseum Oldenburg November 2009
Universität Regensburg 02/2010
Schloss Fulda (Frauenbeauftragte) 03/2010
Schweizer Frauenbüro Sargau (Reproduktion) 03-04/2010
Die nächsten Stationen sind:
Stiftung Demokratie Saarland in Saarbrücken 07-08/2010
Anfrage für März 2011 Gleichstellungsbeauftragte von Flensburg
verantwortlich:
Historischer Teil - Bettina Bab
Kunstteil - Marianne Pitzen
Zur Ausstellung sind zwei Kataloge erschienen.
Publikationen die bisher im Verlag des Frauenmuseums erschienen sind
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