Göttinnen im Rheinland


Marianne Pitzen und Ihre Kunstinstallation des Parlaments der Matronen, Lebensgroße Papierfiguren in Orange.
Marianne Pitzen und die Matronen für Bonn (Foto: Klaudia Nebelin)

Bonn als Zentrum der Matronenverehrung 

 

- 07. März bis Dezember 2021*-

 

Die Matronen (lateinisch von matrona: Famillienmutter, gehobene Dame) sind die Muttergottheiten der germanischen und keltischen Religion.


Zum 40. Geburtstag des Frauenmuseums widmen wir uns den lokalen Matronen. Über 800 den Matronen gewidmete Steine sind auf dem Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Niedergermanien gefunden worden und bezeugen die Bedeutung der Muttergottheiten vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Auf vielen Steinen sind drei Frauen unterschiedlichen Alters abgebildet, sie verkörpern die Natur als die alles Leben erzeugende Kraft Sie wurden von allen Schichten der einheimischen Bevölkerung sowie von römischen Besatzung verehrt.

 

Über das Leben der einheimischen Frauen gibt es wenig Zeugnisse, mehr dagegen von römischen Frauen in Germanien. Das Spinnen und Weben waren wichtige Tätigkeiten sowohl der freien Frauen wie auch der Sklavinnen. Einige Frauen entwickelten darin wahre Meisterschaften und fertigen Kunstwerke an. Wie Grabfunde bezeugen, betätigten sich römische Frauen auch sportlich. Einige absolvierten sogar eine wissenschaftliche Ausbildung: so ist aus Köln eine Augenärztin überliefert.

 

Auch in der Provinz Niedergermanien vermischten sich Kultur, Glaube und Alltagsleben der Römer und der lokalen Bevölkerung. Wesentlichen Anteil daran hatten einheimische Frauen, die ehemalige Soldaten heirateten und mit ihnen eine Familie gründeten.

Die Ausstellung präsentiert Informationstexte und Abbildungen, sie zeigt einige originale Objekte aus der Römerzeit und Repliken. Es wird ein begehbarer Grundriss des Bonner Münsters mit den Fundstellen der vielen Matronensteine errichtet.

 

 

Ergänzend zur Historie entstehen Kunstwerke verschiedener Künstlerinnen, in deren Zentrum die Papiermatronen von Marianne Pitzen thronen. Sie lässt ihre Figuren – jede mit individuellem Ausdruck – ständig nachwachsen.  Ihre Matronen sind Zeichen für wundersame Nachhaltigkeit und weiblichen Geist. Die Hauben interpretiert die Museumsdirektorin als Speicher für weibliches Wissen und Weisheit.



Langeweile im Paradies


Eine digitale Collage von Biggi Slongo  mit Apfel, Flieder und fliegendem Teppich.
"Fata Morgana" - Biggi Slongo

Eva teilt den Apfel nicht

 

- 07. März bis 31. Oktober 2021* -

 

Schöpfungsgeschichten der Welt

Gartenkulturen

Natur und Gestaltung

 

Die Wirkungsmacht der uralten Geschichten der Völker ist ungebrochen. Was an Euphrat und Tigris begann, tauchte in „Second World“ und diversen Finanzoasen wieder auf. Die Rolle der Frauen wurde mit der Vertreibung aus dem Garten Eden für Jahrtausende festgelegt.

Das Projekt befasst sich mit Mythen, weiblichen Utopien, Ökologie und der Klimadebatte. Die Sorge der Menschen der Gegenwart, führt so hofft man, zu Bewusstseinswandel und Umdenken.

 

Über ein üppiges Szenarium aus Installationen zeitgenössischer Künstler*innen und informativen Bereichen verschiedener Wissenschaftlerinnen (Botanikerinnen, Biochemikerinnen, Matheforscherinnen) wird das Interesse und Engagement größerer Kreise erreicht.