ELEONORE, EMILIE, ELISE -
BEETHOVEN UND DIE FRAGE NACH DEN FRAUEN

02.02.2020 bis zum 22.12.2020

Finissage: 20.12.2020 

 

Wir haben ein ansprechendes, vielfältiges Rahmenprogramm erstellt, was die Besucher im Jubiläumsjahr, 250 Jahre nach der Geburt des Bonners Ludwig van Beethovens begeistern möchte.

Die thematische Ausstellung umfasst zahlreiche Arbeiten nationaler und internationaler Künstlerinnen. 

 

Im historischen Teil I der Ausstellung zum Beethoven-Jubiläum wird das Frauenleben in Bonn von 1750 – 1800 beleuchtet. 

In Bonn, der kleinen Residenzstadt der Kölner Kurfürsten, waren Frauen in der Mehrheit. Hier lebten mehr Hausmütter als Hausväter, mehr Dienstmädchen als männliche Dienstboten, mehr Witwen als Witwer. Ihre Lebensverhältnisse unterschieden sich sehr je nach sozialem Stand. Wie lebten die Frauen als Adlige, als Gattin der sich etablierenden Bildungsbürger, als im Handwerk mitarbeitende Ehefrau, als einfache Arbeiterin oder als Bettlerin?
Die Ausstellung stellt beispielhaft einige ausgewählte Frauen vor: Caroline von Satzenhofen, die sich als Äbtissin von Villich und Geliebte des Ersten Ministers in die Politik einmischte, die erfolgreiche Geschäftsfrau Anna Maria Koch, die ihren Töchtern den sozialen Aufstieg ermöglichte, Maria Magdalena van Beethoven, Mutter des Komponisten, die an der Seite eines gescheiterten Musikern ein schwieriges Leben führte, und Anna Catharina Rederscheidt, wohlhabende unverheiratete Bäckerstochter, die eine kurze Chronik der

französischen Besatzung durch die Revolutionstruppen verfasste.

Der zweite historische Teil stellt berühmte und unbekannte Komponistinnen vom Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts vor, die Zeitgenossinnen von Beethoven waren. Sie hatten es schwerer als Männer, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren und Anerkennung zu finden, umso wichtiger ist es, an sie zu erinnern.

 

Maskenball - Frauen in Corona Zeiten

 

Ausstellungsdauer: 20.09. 2020 - 22.12. 2020

Vernissage: 20.September 2020  / 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr

 

Kunst in Zeiten von Corona

 

Zur Lage der Kunst und der Künstlerinnen
Es sieht nicht gut aus: Fast jede*r von uns Künstler*innen hat Ausstellungen und Aktionen absagen müssen, Einladungen und langfristiger Planung zum Trotz. Glücklich diejenige*n, welche ohne zu zögern, trotz Existenzieller Sorgen,  einen Corona-Zyklus beginnen konnte. So gibt es in der Ausstellung tagebuchartige Werke, Bilder voller Schmerz, satirische Installationen mit Hausrat, provozierende Krankenschwestern und die Erfahrungen von Künstlerinnen aus weit entfernten Ländern, deren Situation so anders, doch auch ganz ähnlich ist.

Marianne Pitzen

 

Nebenschauplätze

 

Aktion „Kunst ist Zukunft!“ Die Relikte der Kunstaktion vom 19. Juni erhalten ihren Platz, ebenso wie die Community Art Initiative der Gemeinde St. Petrus/ Marienkirche.

 

Frauen in Corona-Zeiten

 

Es sind vor allen die Frauen, die unsere Gesellschaft in der COVID-19 Krise am Leben halten, die aber verstärkt unten den wirtschaftlichen und sozialen Folgen leiden. Sie leisten deutlich mehr (un)bezahlte Care-Arbeit und arbeiten mehr als Männer in unsicheren oder schlecht bezahlten Berufen. Während des Lockdown arbeiteten deutlich mehr Mütter als Väter im Home-Office und betreuten gleichzeitig ihre Kinder. Traditionelle Geschlechterrollen werden schnell wieder aufgegriffen. 

 

Die Ausstellung lenkt die Aufmerksamkeit auf bestehende Benachteiligungen von Frauen und Mädchen, die durch Krisen verstärkt werden. In Staaten, in denen die Bildung der Mädchen zweitrangig ist, gehören sie häufig zu den Schulabbrecherinnen. Damit sind sie Armut und einem erhöhten Risiko sexueller Ausbeutung, ungewollter Schwangerschaft sowie Zwangsheirat ausgesetzt. Doch Frauen sind nicht nur Opfer, sie werden auch aktiv: Weltweit gibt es Initiativen von Frauen, die sich für medizinische Fürsorge, soziale Unterstützung und gegen den „Corona-Rassismus“ engagieren.

 

Ein vergleichender Blick auf 1918 verdeutlicht die Belastungen und Auswirkungen der Spanischen Grippe Ende des Ersten Weltkriegs, die weitgehend verschwiegen wurde. Unter den Todesopfern waren viele schwangere Frauen.


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