Ausstellungen 2018

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Tänzerinnen  s/w Malerei Foto Ulrike Filgers
Anna Lena Straube

 

Freundinnen - vom romantischen Salon zu Netzwerken heute

18.2.2018 -16.9.2018

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Freundschaftskult, an dem Frauen einen prägenden Anteil hatten. Freundschaft wurde zur weiblichen Bühne.
Literarische Zirkel und Salons dienten Frauen zur Weiterbildung, motivierten sie zum eigenen Schreiben und stellten einen akzeptierten Schritt in die Halböffentlichkeit dar.

Der Austausch mit einer Vertrauten ermutigte Frauen dazu, traditionelle Rollen zu überschreiten. Frauenfreundschaften wurden im 19. Jahrhundert zur Basis, um Frauenrechte zu fordern. Freundinnen traten gemeinsam den Kampf an, um rechtliche Hindernisse oder den Widerstand der Familie zu überwinden.



 

Aufbruch der Frauen in die Politik der Moderne
03.10.2018 - 30.06.2019

Der erste Teil der Ausstellung thematisiert den Kampf um politische Partizipation anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Stimmen laut, die politische Rechte für Frauen forderten. Die Aktivistinnen mussten viel Überzeugungsarbeit leisten – und das nicht nur bei Männern. Besonders im Rheinland stieß die Forderung nach dem allgemeinen gleichen Wahlrecht auf Skepsis bis Abwehr, viele Frauenrechtlerinnen bevorzugten das Dreiklassenwahlrecht für beide Geschlechter. Erschwert wurde ihr Engagement durch politische Vereins- und Versammlungsverbote für Frauen.

 

Nach der Erlangung des Wahlrechts 1918 waren Frauen in allen europäischen Staaten nur in sehr geringer Zahl im Parlament repräsentiert. Die Weimarer Republik startete für Frauen hoffnungsvoll: Im Deutschen Reich waren Frauen im ersten demokratisch gewählten Reichstag 1919 mit 9,6 % vergleichsweise gut vertreten, doch bei jeder Wahl nahm ihr Anteil ab, bis sie 1933 faktisch ihr passives Wahlrecht wieder verloren.  Die meisten Kandidatinnen für die Landtags- und Reichstagswahlen bekamen keinen guten Listenplatz. Dennoch konnten die wenigen Parlamentarierinnen wichtige Rechtspositionen für Frauen durchsetzen.
Die Bonner Republik knüpfte an das Erbe von Weimarer an. Nach der Erlangung der Gleichberechtigung im Grundgesetz  1949 forderten Frauen eine Überarbeitung der frauendiskriminierenden Paragraphen im BGB und Regierungsbeteiligung. Die erste westdeutsche Ministerin auf Bundesebene, Elisabeth Schwarzhaupt, trat erst 1961 ihr Amt an. Kanzler Adenauer hatte sich lange gegen eine Frau in seinem Kabinett gewehrt, doch musste er sich schließlich dem Druck der Frauen-Union beugen.