Vorschau


Das Frauenmuseum arbeitet kontinuierlich an neuen Ausstellungen und Projekten. Hier erhalten Sie eine kurze Übersicht über das kommende Programm.


Frauenmuseum Bonn 2020



Frauenmuseum Bonn 2021


Matronen, Göttinnen und Römerinnen im Rheinland


 Marianne Pitzen und die Matronen für Bonn (Foto) Klaudia Nibeling
Marianne Pitzen und die Matronen für Bonn (Foto) Klaudia Nibeling

Bonn als Zentrum der Matronenverehrung 

 

- 07. März bis Dezember 2021*-

 

Die Matronen (lateinisch von matrona: Famillienmutter, gehobene Dame) sind die Muttergottheiten der germanischen und keltischen Religion.


Zum 40. Geburtstag des Frauenmuseums widmen wir uns den lokalen Matronen. Über 800 den Matronen gewidmete Steine sind auf dem Gebiet der ehemaligen römischen Provinz Niedergermanien gefunden worden und bezeugen die Bedeutung der Muttergottheiten vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Auf vielen Steinen sind drei Frauen unterschiedlichen Alters abgebildet, sie verkörpern die Natur als die alles Leben erzeugende Kraft Sie wurden von allen Schichten der einheimischen Bevölkerung sowie von römischen Besatzung verehrt.

 

Über das Leben der einheimischen Frauen gibt es wenig Zeugnisse, mehr dagegen von römischen Frauen in Germanien. Das Spinnen und Weben waren wichtige Tätigkeiten sowohl der freien Frauen wie auch der Sklavinnen. Einige Frauen entwickelten darin wahre Meisterschaften und fertigen Kunstwerke an. Wie Grabfunde bezeugen, betätigten sich römische Frauen auch sportlich. Einige absolvierten sogar eine wissenschaftliche Ausbildung: so ist aus Köln eine Augenärztin überliefert.

 

Auch in der Provinz Niedergermanien vermischten sich Kultur, Glaube und Alltagsleben der Römer und der lokalen Bevölkerung. Wesentlichen Anteil daran hatten einheimische Frauen, die ehemalige Soldaten heirateten und mit ihnen eine Familie gründeten.

Die Ausstellung präsentiert Informationstexte und Abbildungen, sie zeigt einige originale Objekte aus der Römerzeit und Repliken. Es wird ein begehbarer Grundriss des Bonner Münsters mit den Fundstellen der vielen Matronensteine errichtet.

 

 

Ergänzend zur Historie entstehen Kunstwerke verschiedener Künstlerinnen, in deren Zentrum die Papiermatronen von Marianne Pitzen thronen. Sie lässt ihre Figuren – jede mit individuellem Ausdruck – ständig nachwachsen.  Ihre Matronen sind Zeichen für wundersame Nachhaltigkeit und weiblichen Geist. Die Hauben interpretiert die Museumsdirektorin als Speicher für weibliches Wissen und Weisheit.


Langeweile im Paradies


Eva teilt den Apfel nicht

 

- 07. März bis 31. Oktober 2021* -

 

Schöpfungsgeschichten der Welt

Gartenkulturen

Natur und Gestaltung

 

Die Wirkungsmacht der uralten Geschichten der Völker ist ungebrochen. Was an Euphrat und Tigris begann, tauchte in „Second World“ und diversen Finanzoasen wieder auf. Die Rolle der Frauen wurde mit der Vertreibung aus dem Garten Eden für Jahrtausende festgelegt.

Das Projekt befasst sich mit Mythen, weiblichen Utopien, Ökologie und der Klimadebatte. Die Sorge der Menschen der Gegenwart, führt so hofft man, zu Bewusstseinswandel und Umdenken.

 

Über ein üppiges Szenarium aus Installationen zeitgenössischer Künstler*innen und informativen Bereichen verschiedener Wissenschaftlerinnen (Botanikerinnen, Biochemikerinnen, Matheforscherinnen) wird das Interesse und Engagement größerer Kreise erreicht.

 

Bild: "EVA - Die faulende Gleichberechtigung", von Biggi Slongo

* Änderungen vorbehalten


Frauenmuseum Bonn 2022


100 Jahre Frauenpolitischer Aufbruch


Demonstration in Essen vom FFBIZ
Demonstration in Essen vom FFBIZ

Teil III: Feministische Kunst und Neue Frauenbewegung

 

-  März bis November 2022-

 

Das Frauenmuseum Bonn zeigt vielfache Facetten der feministische Kunst und die Entwicklung der Neuen Frauenbewegung ab den 70er Jahren. Freuen Sie sich auf eine vielfältige Ausstellung, die gleichzeitig der dritte Teil der Ausstellungsreihe "100 Jahre Frauenpolitischer Aufbruch" ist. 


Digitopia


Digitale Welten und Selbstbestimmung

 

- voraussichtlich 04. Dezember 2022  bis  01. Oktober 2023 - 

 

In welcher Welt wollen wir leben? Bestimmt der Mensch die Technik oder kontrolliert diese ihn schon und weite Teile der Gesellschaft? In allen Bereichen wirft die sich rasant entwickelnde Digitalisierung grundlegende ethische und gesellschaftspolitische Fragen auf. Ab Ende 2021 werden mit der Rationale 5 die digitalen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die neuen Lebens- und Arbeitswelten in Bezug auf die Frauengeschichte thematisiert. Kunst- und Kulturschaffende, Informatiker*innen und Ingenieur*innen zeigen in ihren Werken und interaktiven Projekten im Rahmen der Ausstellung die vielfältigen Aspekte des Menschlichen, das durch die technischen Entwicklungen in bisher nie gekannter Weise herausgefordert wird. 

 

Wirken Kunst und Kultur als ethisches Korrektiv bedrohlicher technischer Entwicklungen? Jenseits von dystopischer Angstlust oder utopischem Optimismus wird an die rationalen Ideenwelten der europäischen Aufklärung angeknüpft und an der Schnittstelle zwischen Kunst und Technik der Versuch einer kritischen Standortbestimmung unternommen. Dazu können Ausstellungsbesucher*innen im Frauenmuseum als Future Lab Einblicke in das Programmieren bekommen und gegebenenfalls im 3D - Drucker ein eigenes Werk herstellen.