Geschichte des Hauses


Alma Buscher - Bauhaus
Alma Buscher - Bauhaus

Das Frauenmuseum Bonn wurde am 2. Mai 1981 von der heutigen Direktorin Marianne Pitzen und einer Gruppe interdisziplinär arbeitender Frauen in Bonn gegründet. 

 

Es war seinerzeit das weltweit erste Frauenmuseum. Bevor im Mai 1981 engagierte Künstlerinnen, Architektinnen und Frauen der Raum- und Stadtplanung das erste Autonome Frauenmuseum ins Leben riefen, hatten sie den Verein "frauen formen ihre stadt" gegründet und Ausstellungen zum Wohnen und zur Stadtplanung von Frauen entwickelt.

 

Die Ausstellung "Die Bonnerinnen" 1989 zum 2000-jährigen Stadtjubiläum, wurde eines der Vorzeigeprojekte der Stadt Bonn. Seitdem gehören selbst erarbeitete Geschichtsausstellungen zum festen Repertoire des Frauenmuseums.

Für die Dauer der Ausstellung "Wo Außenseiterinnen wohnen" konnte 1981 von der Stadt ein Nutzungsrechte über ein leerstehendes Kaufhaus als Ausstellungsort ausgehandelt werden. Doch die Betreiberinnen nutzen das Gebäude auch weiterhin für Aktivitäten, was einer Hausbesetzung gleichkam.

Es gelang ihnen einen vorläufigen Nutzungsvertrag auszuhandeln, mit der Bedingung ein Kulturzentrum einzurichten. Finanziert wurde das Haus durch die verschiedenen Frauen-Gruppen, die dort einzogen und das Projekt unterstützten.

Seit 1984 gibt es einen regulären Mietvertrag, die Stadt übernimmt seitdem die Mietkosten. Für alle weiteren Ausgaben wird nur ein minimaler Betrag zur Verfügung gestellt, so dass das Frauenmuseum immer von Projektförderungen abhängig ist.

 

Seit 2012 ist das Frauenmuseum Bonn Sitz des Verbandes International Association of Women's Museums. Heute kann das Frauenmuseum auf über 700 Ausstellungen zurückschauen und ist mit seinen umfangreichen Begleitprogrammen längst zu einer auch international anerkannten Institution geworden.


Das Frauenmuseum Bonn wird vom Verein Frauenmuseum – Kunst, Kultur, Forschung e.V. getragen, der  mittlerweile ca. 400 Mitglieder zählt.

 



Ein Museum nur für Frauen?


Foto: Ulrike Filgers
Foto: Ulrike Filgers

Das Frauenmuseum Bonn fördert die Kunst der Frauen mit dem Ziel, diese auch in der Kunstgeschichte zu verankern. Viele Künstlerinnen, die zuerst im Frauenmuseum ausstellten, haben sich auf dem internationalen Kunstmarkt etablieren können.

 

In wechselnden Ausstellungsprojekten werden Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen der deutschen und internationalen Kunstszene gezeigt. Frauengeschichte wird in diesem Kontext aufgearbeitet und neu präsentiert.

Bei großen themengebundenen Ausstellungen arbeiten Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen zusammen. Seit Bestehen des Frauenmuseums wurden Arbeiten von über 3000 Künstlerinnen gezeigt. Das Museum betreut auch eigene Bestände von internationalen Künstlerinnen.


Akademie im Frauenmuseum


Künstlerin Ellen Sinzig
Künstlerin Ellen Sinzig

Die Akademie im Frauenmuseum richtet sich mit Veranstaltungen und Beratung  an die berufsspezifischen Interessen von Künstlerinnen.

 

Neben der weiblichen Kunst sind auch Frauenbewegung und Frauenpolitik Themen der Forschung. In Tagungen, Seminaren und Workshops finden unter anderem auch Auseinandersetzungen mit neuen ästhetischen Qualitätsbegriffen statt.

 

Das Frauenmuseum ist kein statischer Ort mit festem Bestand, sondern ein lebendiges Haus, das sich aus der Fülle der weiblichen Kreativität und Vielfalt immer wieder erneuert.